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Aktualisiert: vor 3 Minuten 11 Sekunden

Neue MWST-Info 22 «Ausländische Unternehmen»

Do, 08/22/2019 - 05:42

Von Graffenried AG Treuhand

Mit der Revision des MWSTG per 1. Januar 2018 und der Einführung der Versandhandelsregelung am 1. Januar 2019 wurden etliche ausländische Unternehmen in der Schweiz MWST-pflichtig. Wohl ist es nicht zuletzt dieser Umstand, der die ESTV zur Publikation der neuen MWST-Info 22 «Ausländische Unternehmen» veranlasst hat.

MWST-Info in zweitem Entwurf

Die neue MI 22 wurde am 8. August 2019 als sogenannter «Zweiter Entwurf» auf der Homepage der ESTV aufgeschaltet. «Zweiter Entwurf» bedeutet, dass das Konsultativgremium zur Praxis Stellung genommen und die Leitung der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Hauptabteilung MWST diese definitiv verabschiedet hat. Allfällige kleinere Änderungen in der Formulierung gegenüber der definitiven Praxis können sich allenfalls noch aufgrund des Übersetzungsprozesses ergeben.

Deklaration des Weltumsatzes

Die neue MI 22 enthält die wichtigsten Informationen betreffend die Steuer-, Abrechnungs- und Buchführungspflicht für Unternehmen, welche ihren Wohn- oder Geschäftssitz im Ausland haben. Mit der neuen MI 22 nimmt die ESTV auch Stellung zur Frage betreffend die Deklaration des Weltumsatzes bei ausländischen Unternehmen. Nachdem das BAKOM im August 2018 bekannt gab, dass ausländische Unternehmen der Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen nicht unterstellt sind, stellte sich die Frage, inwiefern eine Deklaration des Weltumsatzes bei diesen Unternehmen noch notwendig sei. Die Antwort ist nun unter Ziff. 3.2 der MI 22 zu finden: ausländische Unternehmen können auf die Deklaration ihrer gesamten weltweiten Umsätze verzichten und in der Abrechnung in der Ziffer 200 lediglich die im Inland erzielten Umsätze deklarieren. Beim Vorliegen von ausgenommenen Umsätzen und/oder Subventionen wird allerdings die Deklaration der gesamten weltweiten Umsätze empfohlen, da solche Einnahmen Einfluss auf den Vorsteuerabzug haben können.

Aufzeichnungspflicht

Die MI 22 greift unter Ziff. 2 das Thema der Buchführung auf und weist darauf hin, dass ausländische Unternehmen mit Steuerpflicht in der Schweiz, welche für die Tätigkeiten im Inland keine separate Buchhaltung führen, gemäss Art. 128 Abs. 1 Bst. b MWSTV zumindest eine Aufstellung über die Einnahmen und Ausgaben sowie über das Geschäftsvermögen führen müssen. In diesem Zusammenhang publiziert die ESTV in der neuen MI 22 erstmals eine «Arbeitshilfe Einnahmen- und Ausgabenrechnung» sowie einen «Fragebogen Vermögenslage» und somit ein Hilfsmittel zur Erfüllung dieser Aufzeichnungspflichten. Wer bisher keine entsprechenden Aufzeichnungen vorgenommen hat, sollte spätestens jetzt damit beginnen. Die Verwendung der erwähnten Arbeitshilfe/Checkliste ist selbstverständlich freiwillig, im Rahmen der freien Beweiswürdigung können auch andere Dokumente verwendet werden.

Mit der neuen MI 22 hat die ESTV ein nützliches Hilfsmittel geschaffen, sowohl für ausländische Unternehmen, welche in der Schweiz tätig sind und für die Steuerpflicht in Frage kommen, als auch für Schweizer Steuerstellvertretende.

Bis zur definitiven Publikation ist der Entwurf auf der Homepage der ESTV unter Fachinformationen MWST > Publikationen > Entwürfe abrufbar.


Von Graffenried AG Treuhand | www.graffenried.ch

Mehr zum Thema

Beseitigung der «Heiratsstrafe»: Bundesrat verabschiedet Zusatzbotschaft

Do, 08/15/2019 - 10:12
Rückblick
  • Am 21. März 2018 verabschiedete der Bundesrat die Botschaft zur ausgewogenen Paar- und Familienbesteuerung
  • Im Juni 2018 informierte der Bundesrat die Öffentlichkeit über eine neue, deutlich
    höhere Schätzung der Anzahl Zweiverdienerehepaare, die von einer verfassungswidrigen Mehrbelastung bei der direkten Bundessteuer betroffen sind. Nach der Bekanntmachung der neuen Schätzung wurden beim Bundesgericht mehrere Beschwerden gegen die Abstimmung zur Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe» eingereicht.
  • Am 10. April 2019 stellte das Bundesgericht eine Verletzung der Abstimmungsfreiheit fest und hob die Abstimmung vom 28. Februar 2016 auf.
  • In der Folge erteilte der Bundesrat den Auftrag für die Ausarbeitung einer Zusatzbotschaft, welche er nun verabschiedet hat.
Der Bundesrat verabschiedet Zusatzbotschaft

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 14. August 2019 die Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (Ausgewogene Paar- und Familienbesteuerung) verabschiedet. Die Zusatzbotschaft enthält insbesondere neue bzw. aktualisierte Schätzungen zur Botschaft vom März 2018.

1,5 Mrd. Mindereinnahmen

Von einer verfassungswidrigen steuerlichen Mehrbelastung seien geschätzte 450'000 Zweiverdienerehepaare und 250'000 Rentnerehepaare betroffen. Diese Zahlen beruhen auf Annahmen und sind mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.

Die aktualisierte Schätzung der finanziellen Auswirkungen ergibt Mindereinnahmen bei der direkten Bundessteuer von rund 1,5 Milliarden Franken. Davon entfallen rund 1,2 Milliarden Franken auf den Bund und rund 300 Millionen Franken auf die Kantone.

Im Bereich der Sozialversicherungen kommt der Bundesrat zum Schluss, dass in einer Gesamtbetrachtung die verheirateten Personen leicht bessergestellt seien als unverheiratete Personen. Er sieht in diesem Bereich deshalb keinen Handlungsbedarf.

Gegenvorschlag wird angestrebt

Die Zusatzbotschaft erlaubt es dem Parlament, verschiedene Anliegen der Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe» im Rahmen der Vorlage zur ausgewogenen Paar- und Familienbesteuerung inhaltlich zu behandeln und einen faktischen Gegenvorschlag zu erarbeiten. Bei einem allfälligen Rückzug durch das Initiativkomitee würde über die Volksinitiative nicht nochmals abgestimmt.

Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (Ausgewogene Paar- und Familienbesteuerung) (PDF, 419 kB)

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Publikationen der Eidg. Steuerverwaltung

Fr, 08/09/2019 - 03:28
Inkrafttreten von Gesetzes- und Verordnungsänderungen

Die Eidg. Steuerverwaltung (ESTV) hat die Listen der Gesetzes- und Verordnungsänderungen bei der direkten Bundessteuer, Mehrwertsteuer, Verrechnungssteuer und Stempelabgaben aktualisiert. Die Liste enthält Änderungen von Erlassen im Steuer- und Abgabenrecht, bei denen die ESTV massgeblich beteiligt oder für deren Umsetzung sie verantwortlich ist. In der Liste aufgeführt sind auch Gesetzes- und Verordnungsprojekte, die noch nicht abgeschlossen sind.

Inkrafttreten von Gesetzes- und Verordnungsänderungen im Steuerrecht und Übersichtstabellen zu den Jahren 2019-2022

Direkte Bundessteuer

Die ESTV veröffentlichte am 7.8.2019 ihr Rundschreiben über die Berufskostpauschalen und Naturalabzüge sowie die Folgen der kalten Progression bei der direkten Bundessteuer. Es ergeben sich keine Änderungen:

2-173-D-2019-d vom 07.08.2019 (PDF, 157 kB, 07.08.2019)

Mehrwertsteuer

Die Hauptabteilung Mehrwertsteuer hat jüngst verschiedene Entwürfe zu Praxisfestlegungen publiziert:

1. Entwürfe
  • Entwurf Praxisanpassungen MWSTG Thema: Kurtaxen
    1. Entwurf vom 25. Juli 2019 - Frist zur Stellungnahme: 31. August 2019
  • Entwurf Praxisanpassungen MWSTG Thema: Leistungen im Bereich der Sozialversicherungen
    1. Entwurf vom 25. Juli 2019 - Frist zur Stellungnahme: 31. August 2019
  • Entwurf Praxisanpassungen MWSTG Thema: Geldspiele
    1. Entwurf vom 25. Juli 2019 - Frist zur Stellungnahme: 31. August 2019
  • Entwurf Praxisanpassungen MWSTG Thema: Innenarchitektur-Leistungen
    1. Entwurf vom 8. August 2019 - Frist zur Stellungnahme: 3. September 2019
2. Entwürfe
  • Entwurf Praxisanpassungen MWSTG Thema: Ausländische Unternehmen
    2. Entwurf vom 8. August 2019

Entwürfe der Praxisfestlegungen der Hauptabteilung MWST

Liste der Kantone mit unterschiedlichen Eigenmietwerten

Mo, 07/15/2019 - 12:25

Bekanntlich sind in einigen Kantonen die Mietwerte für die direkte Bundessteuer abweichend von denjenigen bei der Staatssteuer festzusetzen. Diese unterschiedlichen Bemessungen erfolgen im Hinblick auf eine richtige und einheitliche Veranlagung der direkten Bundessteuer (vgl. Art. 102 Abs. 2 DBG).

Die Eidg. Steuerverwaltung fasste die abweichenden Mietwertbemessungen ab Steuerperiode 2018 in einem Rundschreiben zusammen (vgl. Rundschreiben 172 vom 10.7.2019 an die kantonalen Verwaltungen). Das Rundschreiben gilt ab der Steuerperiode 2018 und ersetzt das Rundschreiben in der Version vom 21. Februar 2008.

Quelle: 2-172-D-2019-d vom 10.07.2019 /ESTV

Nutzung von Geschäftsfahrzeugen: Vereinfachte Besteuerung

Do, 07/04/2019 - 03:51

Die vom Parlament am 28. Mai 2019 überwiesene Motion KVF-S, 17.3631 soll auf Verordnungsstufe umgesetzt werden und den administrativen Aufwand für Unternehmen mit Geschäftsfahrzeugen sowie deren Inhaberinnen und Inhabern verringern. Das EFD hat am 28. Juni 2019 ein Vernehmlassungsverfahren zur Änderung der entsprechenden Berufskostenverordnung eröffnet. Die Vernehmlassungsfrist dauert bis am 22. Oktober 2019.

Inhalt der Vorlage

(Erläuternder Bericht des EFD)
Die Pauschale für die Besteuerung der privaten Nutzung des Geschäftsfahrzeugs wird von 0,8 auf 0,9 Prozent des Fahrzeugkaufpreises pro Monat angehoben. Mit der Erhöhung ist neu auch die Nutzung des Geschäftsfahrzeugs für den Arbeitsweg pauschal abgegolten. Eine Ermittlung der tatsächlichen Arbeitswegkosten entfällt. Die Anwendung der Pauschale hat zudem zur Folge, dass der Fahrkostenabzug von 3000 Franken bei der direkten Bundessteuer ausgeschlossen ist, weil dieser in der neuen Pauschale mitenthalten ist. Inhaberinnen und Inhaber von Geschäftsfahrzeu-gen können jedoch auch die tatsächlichen Kosten der privaten Nutzung abrechnen und dazu den Fahrkostenabzug geltend machen. Die Pauschale für die Besteuerung der privaten Nutzung des Geschäftsfahrzeugs wird neu in der Berufskostenverordnung fixiert. Bisher war die Pauschale nur in der Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises konkretisiert. Mit der neuen Regelung auf Verordnungsstufe wird gleichzeitig die Mitteilung der Eidgenössischen Steuer-verwaltung vom 15. Juli 2016 zur Deklaration des Anteils Aussendienst bei Mitar-beitenden mit Geschäftsfahrzeugen gegenstandslos.